1926 Bonn-Duisdorf Hardtberg e.V.

Waldcamp vom 20.-24.07.2020


Tag 1

Tag 2

Tag 3

Tag 4

Tag 5

Programmablauf
Die Betreuung der Kinder haben zwei hoch qualifizierte und sehr erfahrene Waldpädagogen, Ute Müller (ZUB e.V) und Ralf Linden (Verein der Waldfreunde-Duisdorf e.V.) übernommen. Olga Nelles (auch vom Verein der Waldfreunde) hat das Programm zusätzlich durch die Erledigung organisatorischer, logistischer und hygienischer Aufgaben unterstützt. Die teilnehmenden Kinder haben den Programmablauf in einer Gruppenabstimmung selbständig festgelegt und die Workshop-Angebote nach Bedarf und Interesse oft sogar spontan abgerufen. Jedes Kind durfte das machen, was es am liebsten tun wollte.

Tag 1: Kennenlern-Tag
Jeder Teilnehmer beschäftigte sich mit den Fragen: Wo bin ich? Wer bist du? Wie läuft es hier ab?
Die Teilnehmer haben am ersten Tag personalisierte Namenschild-Aufkleber bekommen. Zum Kennenlernen wurden die Namen aller Teilnehmer in einem gemeinsamen Spiel trainiert.
Die Schnitzmesser wurden eingesammelt und die Schnitz-Regeln besprochen: z.B. „Schnitzen nur im Sitzen, etc. …“
Die Gegend wurde in einem gemeinsamen Spaziergang erkundet und die Grenzpunkte für das Freispielen festgelegt. Zum gemeinsamen Treffen wurde ein Rufzeichen vereinbart. Das "Wolfsgeheule" wurde für die Gruppe als Rufzeichen festgelegt und viele Spaziergänger, besonders die mit den Hunden, waren etwas irritiert ;-).
Das Essen hat uns auf dem Platz auch pünktlich gefunden und wurde von fast allen Teilnehmern gerne gegessen. Am ersten Tag gab es Tortellini mit einer Sahne-Soße und übrig blieb nichts!
Zum Ende des Tages wurden in einer Feedback-Runde die Wünsche der Teilnehmer für das Programm des nächsten Tages abgefragt. Ein Staudamm im Bach soll gebaut werden!

Tag 2: Staudamm-Bau und Limit-Erprobung
Der Start des Tages war für alle sehr aufregend, weil ein Staudamm im Bach gebaut werden sollte. Ralf hatte das Baumaterial und das Werkzeug dafür vorbereitet. Die Teilnehmer verteilten die Last untereinander und waren sogar ohne Frühstückspause sehr eifrig unterwegs zum Bach.
Zur Mittagszeit trafen die Kinder am Basislager pitschenass wieder ein und waren sehr froh, ihre trockene Ersatzkleidung anziehen zu können.
Nach dem Mittagessen - Jägerschnitzel mit Kartoffel und Möhrengemüse - wollten die meisten Kinder das Freispielen genießen.
Die Hängematte wurde angebracht und bot eine Ruhezone für 1 bis 2 Teilnehmer, die sich im 5 Minutentakt abwechseln konnten. Parallel haben einige Kinder gerne das Angebot zum Schnitzen genutzt. Ute begleitete die Kinder mit wertvollen Tipps zu ihren Schnitzerfolgen. Andere Teilnehmer haben eine „Todes-Rutsche“ am Hang in Sichtweite des Basislagers für sich erschlossen und haben dort ihr Limit zu Körperfitness und Mut getestet.
Später ging eine Gruppe der Teilnehmer wieder an den Bach, um die Wasserhöhe im Staudamm zu messen. Dabei war das Limit der eigenen Gummistiefel schnell klar und nicht ausreichend, um trocken zu bleiben. Die Kinder haben neben dem Bau des Staudammes und dem Schnitzen noch viel mehr gelernt und ihre Grenzen unter anderem darin getestet:
• Wie viel schaffe ich zu schleppen, zu laufen und mit anzupacken?
• Ab wann wird die nasse Kleidung sehr unangenehm und wie lange halte ich diese Ungemütlichkeit aus?
• Wie genau halten die Betreuer ihre festgelegten Regeln ein? => Sehr genau!!! und wo liegt die zumutbare Belastungsgrenze in der Geduld der Betreuer beim Blödsinn-machen der Teilnehmer?
• Wie reagieren die Eltern auf einen Berg nasser und dreckiger Kleidung :-)?

Tag 3: Krabbeltiere im Wasser und Boden, die Wald-Detektive
Am dritten Tag ging eine Gruppe Kinder an den Bach, um den Staudamm vom Vortag zu prüfen. Der Staudamm wurde von Unbekannten vollständig zurückgebaut. Daraufhin wurde eine Gruppe der Wald-Detektive gebildet, um diesen Vorfall genau zu untersuchen, um die Täter zu ermitteln und die Bauteile wieder zu finden.
Eine andere Gruppe Kinder interessierte sich viel mehr für die kleinen Krabbeltiere, die man überall finden konnte. Olga hatte eine kleine grüne Raupe im Haar gefangen, die dann sehr genau angeschaut wurde. Es gab noch später einen Käfer, der im Waldboden lebt und der von Ralf in einem Marmeladenglas mitgebracht wurde.
Nach der Frühstückspause haben sich alle Kinder entschieden, zum Bach zu gehen, um dort nach Tieren im Wasser und nach Spuren der "Staudammzerstörer" zu suchen. Die notwendige Ausstattung der Wald-Detektive haben Ute und Ralf bereitgestellt. Im Bach wurden sehr viele Tiere gefunden und in Schälchen genauer angeschaut. Der Fund eines Feuersalamanders, eines großen Flusskrebses und vieler Krebs-Babies waren die Highlights des Tages.
Anhand der gefunden Tiere im Wasser und der Tabelle von Ute über die typischen Wohnorte dieser Tiere nach Wasserqualität konnten die Kinder feststellen, dass das Wasser im Bach sehr gute Qualität hat und nur ein klein wenig schlechter als Trinkwasser ist.
Nach dem Mittagessen - Hähnchen Nuggets süßsauer mit Reis - blieben die Kinder im Basislager zum Schnitzen, Krabbel-Tiere untersuchen und zum Freispielen. An dem Tag wurde ein Gemeinschaftsspiel „Fuchs am Kaninchenbau“ gespielt, bei dem viele Kinder und besonders Olga ziemlich aus der Puste gebracht wurden. Es war sehr lustig :-)!

Tag 4: Sinneswahrnehmung und Spurensicherung
Am vierten Tag wollten es alle etwas ruhiger haben: Viel mehr Kinder haben lieber geschnitzt, sich für die Hängematte-Zeiten gemeldet und einfach mal miteinander über das Erlebte und Gesehene unterhalten. Offensichtlich wirkten sich die letzten sehr aktiven Tage bei den Teilnehmern jetzt mit Müdigkeit und Erschöpfung aus. Daraufhin haben die Betreuer entsprechend sehr ruhige und sinnliche Aktivitäten angeboten.
Am Bach konnten die Kinder die Spuren von unterschiedlichen Tieren suchen und sie mittels Gipsabdrucken zur Erinnerung festhalten. Später wurde im Basislager darüber gesprochen und die Tiere mit einer Tabelle erkannt.
Nach dem Mittagessen - Reis mit griechischer Fleisch-Soße oder vegetarisches Gemüsegratin - wurde die Sinneswahrnehmung im Wald trainiert. Zuerst durften die Kinder nur mit Hilfe ihrer Tastsinne das passende Naturmaterial erkennen und somit einen Spielpartner finden. Danach durfte jeder sich in Rolle des Helfers und des Blinden erproben, um einen bestimmten Baum im Wald zu finden und danach im Sehen wieder zu erkennen. Es gab für alle Teilnehmer dabei jede Menge wertvoller Erfahrungen und ganz viel Spaß.

Tag 5: Tag der Jäger und Sammler
Am letzten Tag wollten die Kinder das Korn vom Feld zu Mehl verarbeiten. Das Korn haben sie noch am Tag davor auf einem abgemähten Feld hinter dem Bach entdeckt. Somit hat sich eine Gruppe Sammler und Müller gebildet. Zur Mehlproduktion hat Ute ihre Mahlsteine und Siebe zur Verfügung gestellt. Das Mehl wurde immer feiner und die Korngewinnung klappte immer schneller und besser.
Eine andere Gruppe größerer Kinder waren sehr interessiert, bei Ralf die Jagdkunst zu erlernen. Zu diesem Zweck wurde eine Schuss-Trainingsanlage aufgebaut, Beeren-Munition im Wald gesammelt und nacheinander durch die Blasrohre mit eigenem Luftdruck geschossen. Die notwendigen Vorkehrungen zur Infektionsvermeidung wurden natürlich dabei beachtet.
Nach dem Mittag (Pizza) haben die Kinder ein Memory-Spiel mit Naturmaterialien gespielt, bei dem es paar richtig coole Überaschungen gab.
Ab 15 Uhr wurde eine kleine Ausstellung für die Eltern vorbereitet, um die Workshops und dessen Ergebnisse der ganzen Woche zu zeigen. Auch die Ergebnisse der Umfrage per Feedbackbögen wurden hier mit den Eltern besprochen. Die Woche hat sehr viele positiven Eindrucke und tolle Erinnerung gebracht.

Alle würden es wieder erleben wollen!